Digitale Kommunikation – ein Digitaler Knigge

2018-10-30T19:32:40+00:00September 29th, 2018|Lifestyle|

Die WhatsApp wurde gelesen doch die Antwort bleibt aus

Geht es Ihnen wie mir? Ich schreibe jemanden eine WhatsApp, um einen Termin zu vereinbaren oder um eine kurze Frage beantwortet zu bekommen. Ich sehe, es ist angekommen und sogar gelesen worden.  Aber trotzdem bekomme ich keine Antwort. Nicht nur in der Sekunde (so ungeduldig bin ich auch nicht) aber oft tagelang. Obwohl die Frage oder Terminplanung wirklich wichtig ist. Oft versagt in diesen Situationen die digitale Kommunikation.

Vor allem passiert das bei meinen Kunden mit jungen Kindern. Ich muss es noch einmal schicken. Dabei bin ich so höflich wie möglich, um sie daran zu erinnern, dass ich relativ dringend den Termin planen muss. Nach spätestens der dritten Erinnerung erhalte ich eine Antwort. UND ICH ALS GENERATION DER WÄHLSCHEIBEN TELEFONE kann es nicht verstehen, warum es so schwer ist, etwas kurz als Antwort zu schreiben. Es würde ja auch etwas reichen wie: i melde mi später.

Habe ich etwa eine Scheu vor dem Telefonieren entwickelt?

In letzter Instanz, wenn alles nicht hilft, rufe ich an. Merkwürdigerweise merke ich, dass ich die Kunst, Telefongespräche zu führen, etwas verloren habe. Ich bin verunsichert, ob ich zu einer unpassenden Zeit anrufe und dadurch störe. Ich bin nämlich ein sehr höflicher Mensch.

Neulich habe ich an die Zeit zurückgedacht, als ich stundenlang mit meinem Prinzessinnen-Telefon mit meiner besten Freundin geplaudert habe.  Mit einem Smartphone zu plaudern finde ich nicht einladend. Unter anderem auch, weil die meisten Menschen lieber über SMS, WhatsApp oder andere Messenger kommunizieren. Telefonmanieren sind zum größten Teil verloren gegangen und die Art der gesprochenen Kommunikation ebenfalls. Oft merke ich, wie abgelenkt mein Gesprächspartner am Telefon ist. Das nervt! Ich merke, dass sie in ihren Computer schauen oder sie gleichzeitig mit jemandem vor Ort sprechen.

Die digitale Kommunikation nicht im negativen Sinn ausnutzen!

Durch digitale Kommunikation kann man wirklich Vieles vermeiden. Man kann seine Entschuldigungen vorher überlegen, wenn man an irgendetwas nicht teilnehmen will. Wenn man spontan gefragt wird, kommt oft auch spontan die falsche Antwort. Die Stimme verrät einen. Peinlich.

Früher, in den Zeiten, als es keine Handys gab, haben wir Termine ausgemacht und haben uns in der Regel darangehalten. Warum? Weil es nicht möglich war, kurzfristig abzusagen oder zu sagen, dass man sich verspätet. Zugegeben, es ist bequem und höflich, wenn wir heute im Verkehr stecken bleiben, kurz Bescheid zu geben. Aber früher haben wir Zeit genug eingeplant, damit wir nicht zu spät ankommen.

Weil wir wissen, wir können immer schnell eine Entschuldigung schreiben, verleitet das zu einer Art Selbstsucht – passt es uns nicht – kann ich mir schnell einen Grund überlegen, warum ich doch nicht möchte und lasse etwas platzen. Immerhin habe ich die Person ja kontaktiert.

Hier sind meine 7 Tipps, für gute digitale Kommunikation – viel Spaß beim Lesen.

7 Tipps für erfolgreiche und höfliche digitale Kommunikation:

Persönliche Zuwendung

Digitale Kommunikation muss schnell gehen, dabei bleiben menschliche Bedürfnisse oft auf der Strecke. Es werden nur noch Fakten und Informationen ausgetauscht um die Kommunikationsgeschwindigkeit zu verbessern. Doch um eine nachhaltige Beziehung zu einem Menschen zu pflegen, ist es wichtig, dem anderen gegenüber Wertschätzung, Lob, Offenheit und ehrliche Kritik entgegen zu bringen. Vergessen Sie also nicht die persönliche Zuwendung in Ihrer Kommunikation, um eine menschliche Beziehung aufrecht zu erhalten.

Soziales Bewusstsein

In der Kommunikation von Mensch zu Mensch ist es von entscheidender Bedeutung, auf den Gesprächspartner einzugehen: Den anderen wahrnehmen, aufmerksam zuhören, auf den andern eingehen und interessierte Fragen stellen. Dies ermöglicht den Aufbau einer vertrauensvollen, persönlichen Verbindung. Aus einem Gespräch, das auf einer solchen Beziehung aufbaut, entstehen oft neue Ideen, Inspirationen und Lösungen, die schon lange gesucht wurden. In einem anonymen Informationsaustausch via E-Mail ist das kaum möglich.

Gespür für die Situation

Achten Sie auf den Zeitpunkt Ihrer Kommunikation und das Medium, das Sie nutzen. Machen Sie sich den Unterschied bewusst, zwischen einem Lob des Chefs, das Sie in einer WhatsApp Nachricht erhalten, per E-Mail oder persönlich. Sie warten auf ein wichtiges Telefonat, haben sich einen ruhigen Raum ausgesucht und vor sich ein Blatt bereitgelegt um sich Notizen zu machen. Nun klingelt das Telefon und Sie merken, dass ihr Gesprächspartner sich auf einer offenen Straße befindet und gerade auf dem Weg zu einem anderen Termin ist.

Würden Sie sich in dieser Situation wertgeschätzt fühlen? Von der Straße aus angerufen werden ist okay, wenn es die eigene Tochter ist, aber nicht bei einem Geschäftstelefonat. Denken Sie über den Menschen nach, mit dem Sie kommunizieren wollen und fragen Sie sich nach seinen Bedürfnissen an die Kommunikation zwischen Ihnen beiden. Dieser kurze Gedankengang Ihrerseits wird sich sehr positiv auf das Gespräch auswirken.

Auszeit

Genau wie Sie ein Gespür für das Medium entwickeln sollten, das Sie für Ihre Kommunikation nutzen, sollten Sie wissen, wann es wichtig ist, jegliche online Kommunikation zu unterbinden. Sie brauchen Auszeiten von der Informationsflut der digitalen Kommunikation um Erfahrenes zu verarbeiten, in Ruhe über Sachverhalte nachtzudenken und ganz besonders um Ihre sozialen Kontakte von Mensch zu Mensch zu pflegen. Viele Menschen checken Ihr Handy während Sie einem anderen Menschen gegenübersitzen und sich unterhalten.

Doch Multitasking ist nicht möglich. Um so öfter Sie auf Ihr Handy blicken, um so schwerer wird es Ihnen fallen, sich auf das momentane Gespräch zu konzentrieren. Außerdem ist dieses Verhalten unhöflich der Person gegenüber, die versucht mit Ihnen ein Gespräch zu führen. Das Handy auch mal weg zu legen, ist leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Hält sich Ihr Gesprächspartner nicht an diese ungeschriebene Regel, können Sie ihn gerne darauf aufmerksam machen und ihn freundlich darauf hinweisen, wie Sie sich durch sein Verhalten fühlen.

Respektvoller Umgang

Auch wenn man seinem Gesprächspartner beim Schreiben einer E-Mail oder Beantworten einer WhatsApp nicht direkt gegenübersteht, sollte er dennoch genau so höflich behandelt werden. Nehmen Sie sich Zeit, Sätze aus zu formulieren, auf eine korrekte Rechtschreibung zu achten und zeitnah zu antworten. Damit meine ich keinesfalls, dass Sie immer online sein sollen, ganz im Gegenteil. Doch sobald man eine Nachricht gelesen hat, sollte man seinem Gegenüber mindestens eine kurze Empfangsbestätigung eventuell mit den Worten „Tut mir leid, ich habe gerade viel zu tun, ich antworte später“ schicken.

Missverständnisse vermeiden

Sie haben gerade ein Telefonat gehabt, in dem wichtige Fakten geklärt wurden? Lassen Sie am besten Ihrem Gesprächspartner ein kurzes schriftliches Protokoll Ihres Gesprächs zukommen, um Missverständnisse zu vermeiden. Dieses Vorgehen bietet sich auch bei der Absprache von Terminen an. Handelt es sich um ein Kontroverses Thema, bei dem viel diskutiert wird oder das für beide Parteien sehr emotional ist, sollte das Gespräch über ein Telefonat und im besten Fall persönlich erfolgen. Denn besonders bei solchen Themen ist es wichtig, die Mimik, Gestik, Tonlage und das Verhalten des Gegenübers genau zu beobachten, um Missverständnisse zu vermeiden. Emoticons, Soundwörter *seufzt* oder Aktionswörter *zwinker* können unsere Mimik und Gestik in keinem Fall ersetzen.

Die positive Energie von Mensch zu Mensch

Zum Schluss einer der wichtigsten Punkte. Wenn wir uns schlecht fühlen und einen aufheiternden Instagram Spruch lesen oder ein paar nette Wörter per WhatsApp erhalten, sind wir vielleicht für ein paar Minuten wieder gut drauf, aber lange hält dieses Gefühl nicht an. Ganz anders ist es bei einem langen Telefonat mit der besten Freundin oder einem intensiven Gespräch von Person zu Person. Wenn wir sehen und hören, wie die andere Person auf unsere Gefühle reagiert, wird das unsere Stimmung nachhaltig verbessern.

Es ist eine ganz andere Energie die wir in einem persönlichen Gespräch fühlen, als die zwischen einer sozialen Plattform und einem Menschen. Das ist auch der Grund, warum Personal Coaching so effektiv ist. Sie sitzen einer Person gegenüber, die in einem lebendigen Gespräch auf Sie eingeht. Der Coach strahlt motivierende Energie aus, die sehr viel nachhaltiger auf Sie abstrahlen wird, als ein motivierendes Zitat, das Sie im Internett lesen. Möchten Sie von der Energie zu einem Coach profitieren, dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf für eine erste Beratung.